Joseph Einzinger aus Schwifting unterrichtete von 1866-1891 die Erpftinger Kinder in der „Alten Schule“ beim heutigen Feuerwehrhaus. Neben seiner Funktion als Lehrer beschrieb Einzinger auch als Chronist die Erpftinger Volksbräuche.
Bunte Trachten – keine Lederhose
„Allgemeines: was die Kleidertracht betrifft, so bietet dieselbe an hohen Festtagen in den Kirchenstühlen des Weibervolkes ein buntes Bild. Viele von den Alten sind der schwäbischen Volkstracht treu geblieben und paradieren mit Reginakappen von schattenspendendem Umfang mit breit geschlungenen Bändern über den Rücken und goldgespitzten Halstüchern.
Die Jungen kleiden sich nach der Mode von Kopf bis zu den Füßen und die Personen mittleren Alters benützen zur hergebrachten alten Mode zugleich neumodischen Schnitt.
Bei den Männern ist die Lederhose beinahe ganz verschwunden. Ebenso verschwindet der frühere stattliche Mantel.“ (1)
An hohen Festtagen bot die Kleidung in den Kirchen ein farbenprächtiges Bild, besonders bei den Frauen. Viele ältere Frauen blieben der schwäbischen Volkstracht treu und trugen Reginakappen mit breiten, über den Rücken fallenden Bändern sowie goldgespitzte Halstücher.
Die jüngere Generation orientierte sich vollständig an der aktuellen Mode, während Menschen mittleren Alters traditionelle Elemente mit modernen Schnitten kombinierten.
Bei den Männern zeigte sich der Wandel besonders deutlich: Die Lederhose war nahezu verschwunden, ebenso der einst stattliche Mantel. Insgesamt spiegelt die Entwicklung der Kleidung den Übergang von traditioneller Tracht hin zu zeitgemäßer Mode wider.
Quelle:
zu (1): „Unter dem Taufkissen ein Amulett“, Autor: Anton Huber, Landsberger Geschichtsblätter 1992-1993.