Stadtteil von Landsberg am Lech

Auf Erpftinger Flur wurden immer wieder Fundstücke entdeckt, die bis in die römische Kaiserzeit zurückreichen. Die auf dieser Seite abgebildeten Objekte sind Originalfunde, die meist bei Feldarbeiten zutage kamen – vielfach in der Nähe der einstigen römischen Handelsstraße Via Claudia Augusta.

Besonders aufschlussreich sind die Münzfunde. Aufgrund ihrer Prägung lassen sie sich oft erstaunlich genau datieren. In vielen Fällen tragen sie das Bild oder den Namen eines regierenden Kaisers und geben so einen direkten Hinweis auf ihre Entstehungszeit.

Neben Münzen werden auch immer wieder Fibeln oder Bruchstücke davon gefunden. Diese Gewandspangen dienten über Jahrhunderte hinweg dazu, Kleidungsstücke zusammenzuhalten. Form, Material und Verzierung erlauben es, auch solche Funde zeitlich einzuordnen und einer bestimmten Epoche zuzuweisen.

Silberdenar, Nero, 64-68 n.Chr., Römische Kaiserzeit, ca. 3,4 g, Durchmesser ca.18 mm, (Rückseite und Vorderseite), Original-Fundstück
Pannonische Trompetenfibel (Fragment)
Pannonische Trompetenfibel (Fragment), Original-Fundstück

Fragment einer pannonischen Trompetenfibel

Hier sehen wir das Bruchstück einer sogenannten pannonischen Trompetenfibel aus der Römerzeit. Auch in fragmentarischem Zustand lässt sich ihre charakteristische Form noch gut erkennen.

Fibeln waren in der Antike unverzichtbare Bestandteile der Kleidung. Sie dienten dazu, Gewänder, Umhänge oder Mäntel zusammenzuhalten – vergleichbar mit einer Sicherheitsnadel, jedoch oft kunstvoll gestaltet und aus Bronze oder anderem Metall gefertigt.

Norisch_Norisch-Pannonische_Doppelfibel
Norisch-Pannonische-Doppelknopffibel (Fragment), Datierung: Bis 2.Jahrh. n.Chr., Original-Fundstück

Norisch-pannonische Doppelknopffibel

Diese norisch-pannonische Doppelknopffibel war vom 1. bis in das 2. Jahrhundert nach Christus in weiten Teilen Süddeutschlands, der heutigen Schweiz, Österreichs und Sloweniens verbreitet. Ihren Ursprung hat dieser Fibeltyp in den römischen Provinzen Noricum und Pannonia, nach denen sie benannt ist.

Charakteristisch ist ihr langgezogener, gerader Bügel mit zwei linsenförmigen, knopfartigen Verdickungen. Diese markanten „Doppelknöpfe“ gaben der Fibel ihren Namen und machen sie archäologisch gut bestimmbar.

Münze Constantinus I, Kaiser von 306-337, Material: Bronze, (Vorderseite, Rückseite), Original-Fundstück

Römische Münze – Constantinus I. („der Große“)

Die Vorderseite zeigt eine gepanzerte Kaiserbüste mit Lorbeerkranz – ein Symbol für Sieg und kaiserliche Autorität.
Auf der Rückseite sind zwei Soldaten mit Speeren und Schilden dargestellt, zwischen ihnen eine Standarte.

Dieses Motiv gehört zum Münztyp „GLORIA EXERCITVS“ („Ruhm des Heeres“) und betont die Bedeutung des römischen Militärs für die Sicherung des Reiches unter Kaiser Constantinus I.

Silbermünze, Sesterz, Septimius Severus, Kaiser von Rom 193-211, (Vorderseite, Rückseite), Original-Fundstück

Septimius Severus regierte von 193 bis 211 n. Chr. als römischer Kaiser. Er war vor allem ein erfolgreicher Feldherr.

Die Münzen des Septimius Severus sowie die Prägungen seiner Familie wurden in großen Mengen hergestellt. Sie gehören heute zu den häufigsten römischen Münzfunden, insbesondere aus dem späten 2. und frühen 3. Jahrhundert n. Chr.

Römische Bronzemünze (AE), konstantinische Dynastie, wahrscheinlich Kaiser Constantius II (337–361 n. Chr.). Vorderseite: Kopf nach rechts mit Perldiadem (stark abgegriffen). Rückseite: Motiv nicht sicher bestimmbar. Gewicht ca. 3,23 g. Original-Fundstück.

Constantius II war ein Sohn Konstantins des Großen und regierte von 337 bis 361 n. Chr. als römischer Kaiser.

Diese Münze war eine gebräuchliche Umlaufmünze des 4. Jahrhunderts n. Chr. und diente dem täglichen Zahlungsverkehr.

Alle diese Bodenfunde bestätigen uns, dass unsere Heimat schon vor beinahe zwei Jahrtausenden Teil eines weitgespannten Handels- und Verkehrsnetzes war.

Alle diese Bodenfunde bestätigen uns, dass unsere Heimat schon vor beinahe zwei Jahrtausenden Teil eines weitgespannten Handels- und Verkehrsnetzes war.

 

 

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