Das Dorf Erpfting
Das Dorf Erpfting

Chronik

Inhalt:

  1. Grußworte
  2. Gemeinde
  3. Geschichte
  4. Hausgeschichten
  5. Kindergarten und Schule
  6. Kirchengeschichte
  7. Vereine und Gruppierungen

Grußworte

Die Erpftinger Chronik ist gestartet. Ein kleiner Kreis von Personen hat begonnen, Material zu sichten, Ideen zu sammeln und die Ergebnisse für alle sichtbar auf der Internetseite www.erpfting.de zu veröffentlichen. Nach kurzer Zeit war den Beteiligten bewusst, dass sich die Erpftinger Geschichte lebendig und vielschichtig darstellt. Bereits im Vorfeld haben sich einige engagierte Bürger in teils mühevoller Kleinarbeit in bestimmte Themenfelder vertieft und interessante Ergebnisse herausgearbeitet. Auch diese sollen auf diesem Weg den Interessierten öffentlich zugänglich gemacht werden.

Die historischen Daten werden in einem Zeitstrahl chronologisch eingebaut und sind damit in ihrem zeitlichen Kontext verfügbar. Des Weiteren erfolgt eine Eingruppierung in Themenbereiche, um eine thematische Strukturierung zu bilden. Auf der Startseite werden immer wieder Beiträge in kurzer Form auf neue Ideen und Projekte hinweisen.

Haben Sie Freude an der spannenden Geschichte unseres Dorfes und wenn Sie Lust haben, werden Sie selbst aktiv!

Christoph Schorer, Karl-Heinz Lettmair, Christian Oppermann, im Namen aller Beteiligten

(März 2018)

 

Geschichte

Die Sippe eines Arbihart gründete bei Erpfting um 500 eine alamannische Ursiedlung. Die Siedlung umfasste 6-7 Familien.

Hausgeschichten

Viele Häuser in Erpfting blicken auf eine zum Teil langjährige und wechselhafte Geschichte zurück. Gerade Bauernhäuser im Dorfkern werden schon seit Generationen bewohnt und dienen seit jeher als Lebensmittelpunkt. Im Folgenden werden die individuellen „Hausgeschichten“ vorgestellt.

 

Nordstraße 4, Alte Hausnummer 69, Alter Hausname „Sattler“

Ein erster Besitzer namens Wolf Heusler ist 1663 nachgewiesen. Er war als Zimmerer tätig und erwarb gleichzeitig das Haus Nr. 64 (alte Hausnummer) im Dorf. Angeblich soll er das vermutlich im Dreißigjährigen Krieg verbrannte Haus vor 1671 wieder aufgebaut haben. Auf Heusler folgten im Jahr 1692 Georg Aurbacher und 1705 Simon Popp, der wie sein Sohn Leonhard als Fassmaler tätig war. Auch Johann Gropp, der 1748 einheiratete, war Fassmaler.

Das Anwesen gehörte von 1732-1773 zum Landsberger Jesuitenkolleg, wurde seinerzeit schon als „gemauerte Behausung“ erwähnt, anschließend  dann bis 1808 von der Malteserkommende Landsberg verwaltet.

Von 1797-1929 war das Anwesen mit kurzen Unterbrechungen im Besitz von Cölestin Geyer und seinen Nachfahren, 1939 übernahm Georg Weber, der vermutlich eine Innenrenovierung durchführte. 1957 wurde ein Metzgerladen in die Tenne eingebaut

6. Kirchengeschichte


Im Jahre 1994 wurde dieser Text im Knauf des Turmkreuzes gefunden, welches sich auf der Kirchturmkuppel der Pfarrkirche befindet.

Ad perpetuam nei memoriam

(Zum immerwährenden Gedenken)

Im Jahre 1891 nach der gnadenreichen Geburt unseres Herrn Jesu Christi am 1. Juni, welches ist der Montag nach dem Sonntag innerhalb der Oktav des Fronleichnamsfestes vormittags um die elfte Stunde, wurde das eiserne Kreuz, welches am 4. April 1891 ebenfalls um die elfte Stunde abgenommen war und ein Gewicht von 58 Pfund hat, wieder aufgezogen, damit es als Siegeszeichen des Heilandes, der am Kreuze uns erlöst, weithin sichtbar den Nachbargemeinden den Glauben unserer Gemeinde verkündige.

Zugleich wurde mit dem Kreuze der große Knopf wieder auf der Höhe des Turmes befestigt und die kleineren Knöpfe ihrer Bestimmung, in neuer Vergoldung und erhabenen Glanze die Herrlichkeit Gottes zu verkünden und das von Sorgen oft schwergedrückte Menschenherz aufwärts zu lenken zu Gott, der wohnt in den Höhen des Himmels, zurückgegeben.

Der große Knopf hat einen Längendurchschnitt von 75 Zentimeter und einen Querdurchschnitt von 74 Zentimeter. Die Gerüstung des Turmes hatte Herr Dionisius Altenrieder von Erpfting bei einem Kostenvoranschlag zirka (1000 M.) tausend Mark übernommen. Am Morgen dieses Montages ist seine brave Mutter während des heiligen Amtes unerwartet schnell gestorben und so hat sich seine Freude über den glücklichen Verlauf der Gerüstung in Trauer verwandelt.

Die Knöpfe wurden von Anton Leser Goldarbeiter in Landsberg vergoldet. Die Rechnung hierüber kannst du finden im Beschlußbuch der Kirchenstiftung.

Die Eindeckung der Kuppel mit Kupfer hat Herr Kupferschmied Wöhr von Waal um den vorläufigen Kostenvoranschlag von dreitausendfünfhundert Mark übernommen. Derselbe arbeitet mit seinem Sohne Anton Wöhr und einem Gesellen von der Frühe des Morgens bis zum späten Abend und wird seine Arbeit gewiß zur Zufriedenheit ausfallen.

Am Samstag den 30. Mai wurde der derzeitige Pfarrer Herr Joseph Hofmann von einem neuen Schlaganfall betroffen und konnte derselbe in diesem Zustande den Aufzug des Kreuzes vom Zimmer aus nicht mehr schauen. Als Kaplan war hier Herr Philipp Küble, ein geborener Württemberger.

Herr Lehrer Einzinger Joseph, welcher am 19. März in diesem Jahr sein fünfundzwanzigstes Jubiläum in Erpfting gefeiert, leidet an einem Fußübel.

Kirchenpfleger war Engelbert Gayer Sattlermeister von Erpfting und Bürgermeister Ignaz Schegg, Zimmermann von Erpfting.

Alles, was hier nicht verzeichnet ist, findest du geschrieben im Beschlußbuch der Kirchenverwaltung, welches in der Registratur sich befindet.

Das Kreuz aufgepflanzt auf der höchsten Spitze des Turmes, möge schirmend und schützend walten über diese Gemeinde; und du, unbekannter Leser dieser Urkunde, bete ein Vaterunser für unsere Seelenruhe und bleibe treu dem Glauben deiner Väter.

Omnia ad majorem Dei gloriam

(Alles zur größeren Ehre Gottes)



Johann Pankraz Kober und die Erpftinger Pfarrkirche

Johann Pankraz Kober wurde als viertes von insgesamt zwölf Kindern von Johann Kaspar Kober und seiner Frau Barbara am 10.Mai.1796 geboren. Die Kobers bewohnten eine Sölde in Edenhausen bei Krumbach, welches  damals unter der Verwaltung des Kloster Ursberg war.

Nach seiner Malerlehre in Weißenhorn kaufte Pankraz Kober 1820 ein halbes Haus in Kirchheim in Schwaben, heiratete, und bekam mit seiner Frau Creszentia Sedelmayer drei Kinder. Im Jahr 1828 verkaufte er sein Haus in Kirchheim und zog mit seiner Familie nach Göggingen bei Augsburg, wo er 1832 mit knapp 35 Jahren sehr früh verstarb.

Pankraz Kober malte 1822 sein erstes nachgewiesenes Fresko in der Erpftinger Pfarrkirche. Im Zuge der Erweiterung des Kirchenschiffs erhielt Kober den Auftrag, den Engelsturz an der Decke des Hauptschiffes zu freskieren  und auch zum Malen von Verzierungen über den Fenstern. Dafür wurde er mit 200 Gulden entlohnt.

Weiterhin vereinbarten die Erpftinger im Jahr 1826 mit ihm die Emmaus-Szene umgeben von den drei göttlichen Tugenden und den vier Evangelisten zu malen.. Für diese Malereien erhielt er 55 Gulden.

Johann Kober hatte sich der ländlich, schwäbischen Freskiermalerei verschrieben, in der noch die Rokoko Tradition sichtbar war, er gehörte nicht zur Münchner Schule der Nazarener. Seine Arbeiten zeigen eine bescheidene Malerei, die bald von nachfolgenden Stilrichtungen abgelöst wurde.

Der Münchner Joseph Schlotthauer, Professor der Münchner Königlichen Akademie, lieferte einige Jahre später ein Hochaltarbild im moderneren Nazarener Stil. Und bereits 1841 übermalte der Maler Georg Lacher Kobers Fresken in diesem Stil.

Zwischen 1966 und 1970 wurde die Pfarrkirche St. Michael in Erpfting renoviert, dabei legte man einige Fresken von Kober wieder frei und überarbeitete sie.

  • am südlichen Chor Oratorium: Christus und die Samariterin am Jakobsbrunnen
  • am nördlichen Chor Oratorium: Noli me tangere
  • an der unteren Emporenbrüstung: Christus vertreibt die Händler aus dem Tempel
  • an der oberen Emporenbrüstung: David spielt Harfe
  • Schein-Profilierungen an den Fenstern, evtl.die Arbeiten im Jahr 1822: Vasen und Arabesken