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	<title>Interviews &#8211; Erpfting</title>
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		<title>Theo Müller erzählt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[christo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Mar 2023 22:35:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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					<description><![CDATA[Theo Müller erzählt aus seiner Kindheit und Jugend in Erpfting]]></description>
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									<p>Theo Müller hat in Erpfting seine Kindheit und Jugend verbracht.</p><p>In den 1940er Jahren war vieles anders als heute. Er erinnert sich an die Tücken des Schlittschuhlaufens auf einem Erpftinger Weiher, an selbsgebastelte Eishockeyschläger und die Eissäger mit ihren langen Sägen.</p><p>Hören Sie selbst, was er im Gespräch mit Christian Oppermann erzählt!</p>								</div>
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					<h5>Interview zum Anhören:</h5><audio class="wp-audio-shortcode" id="audio-8476-1" preload="none" style="width: 100%;" controls="controls"><source type="audio/mpeg" src="https://erpfting.de/wp-content/uploads/2023/03/20230302_Mueller_Theo_Interview.mp3?_=1" /><source type="audio/mpeg" src="https://erpfting.de/wp-content/uploads/2023/03/20230302_Mueller_Theo_Interview.mp3?_=1" /><a href="https://erpfting.de/wp-content/uploads/2023/03/20230302_Mueller_Theo_Interview.mp3">https://erpfting.de/wp-content/uploads/2023/03/20230302_Mueller_Theo_Interview.mp3</a></audio>				</div>
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									<h4><em>Gespräch mit Theo Müller (geb. 1937)</em></h4><p><em>Interview vom 02.03.2023, überarbeitet</em></p><p><em>Interviewer: Christian Oppermann</em></p><hr /><h4>Kindheit und Schlittschuhlaufen</h4><p>Theo Müller erzählt, dass seine Kindheit in einer ganz anderen Zeit stattfand als heute. Zum Schlittschuhlaufen kam er im Alter von etwa zehn bis zwölf Jahren. Er erhielt gebrauchte Schlittschuhe von einem Polizisten aus Landsberg, der regelmäßig Eier und Milch bei ihnen holte. Mit diesen Schlittschuhen fühlte er sich „wie ein kleiner König“.<br />Auf dem Eis wurde außerdem Eishockey gespielt. Die Schläger dafür konnten sie sich nicht kaufen, das wäre damals unmöglich gewesen, sondern sie schnitzten sie selbst aus Holunderstauden.</p><h4>Eis, Winter und Naturverhältnisse früher</h4><p>Theo Müller betont mehrfach, dass nicht nur die Zeiten, sondern auch die Natur früher ganz anders gewesen seien. Es gab regelmäßig lange, strenge Winter mit Temperaturen von minus 15 bis minus 25 Grad Celsius.  Die Weiher froren jedes Jahr stark zu, mit Eisstärken von etwa 20 bis 25 Zentimetern.<br />Auf diesem Eis konnte man problemlos Schlittschuh laufen und Eisstock schießen.</p><h4>Eisgewinnung am Weiher für den Sonnenwirt</h4><p>Der Weiher gehörte dem Sonnenwirt. Dieser ließ jedes Jahr im Winter Eis für die Kühlung seiner Wirtschaft gewinnen. Dafür stellte er mehrere Arbeiter ein.</p><h4>Der Kühlraum in der Wirtschaft</h4><p>In der Wirtschaft gab es einen kleinen Kühlraum, etwa zwei auf zwei Meter oder zweieinhalb auf zweieinhalb Meter groß. Die Gartenschenke existierte damals noch nicht.<br />Vor dem Kühlraum lagen Balken und dicke Läden. Das Eis wurde davor mit schweren Werkzeugen – Schlägeln, großen Hämmern („Jakob“) – zerschlagen und anschließend mit Schaufeln in den Raum geschaufelt.</p><h4>Das Aussägen und Bergen des Eises</h4><p>Das Eis wurde direkt am Weiher mit großen Sägen aus dem Eis geschnitten. Diese Sägen waren etwa eineinhalb Meter lang, sehr grob gezahnt und erinnerten an große Fuchsschwänze. Die Arbeiter sägten Eisblöcke aus und zogen sie mit spitzen Eisenzangen aus dem Wasser.<br />Dabei entstand zeitweise eine offene Wasserfläche von etwa acht bis zehn Quadratmetern.<br />Theo Müller erzählt, dass er beim Rückwärts-Schlittschuhlaufen einmal nicht aufgepasst habe und mit voller Geschwindigkeit in diese Wasserfläche geraten sei. Die Arbeiter zogen ihn mit den Zangen wieder aus dem Wasser.</p><h4>Transport des Eises</h4><p>Das Eis wurde in Gummiwägen verladen. Vom Weiher führte eine Rutsche hinunter zum Ufer und von dort weiter zu den Wägen. Zwei Fuhrwerke transportierten das Eis vom Weiher zur Wirtschaft des Sonnenwirts.<br />Hydraulische Hebevorrichtungen gab es damals noch nicht. Die Eisblöcke waren sehr groß – etwa 30 × 30, 30 × 40 oder sogar 30 x 50 Zentimeter. Vor der Kühlanlage wurden sie erneut mit schweren Werkzeugen zerkleinert und mit Schnee- oder Sandschaufeln in den Kühlraum eingebracht.<br />Je nachdem, wie hoch das Eis im Raum lag, wurden vorne dicke Holzläden eingelegt, die als Isolierung dienten.</p><h4><strong>Arbeitskräfte nach dem Krieg</strong></h4><p>Nach dem Krieg waren wenige Männer im Dorf. Der Sonnenwirt &#8211; der Zendath Johann &#8211; hatte oft Probleme, genügend Helfer zu finden. Für das Eisarbeiten wurden mindestens vier Männer am Weiher und zwei weitere an der Wirtschaft benötigt.<br />Theo Müller selbst hat diese Arbeiten nur ein- oder zweimal beobachtet. Sein Bruder Gabriel, zehn Jahre älter als er, musste regelmäßig mithelfen. In den Jahren 1947, 1948 und 1949 war dies üblich – jeder Mann wurde gebraucht.</p><h4>Eisstockschießen und Freizeit</h4><p>Als Theo Müller älter wurde, bildeten sich Mannschaften zum Eisstockschießen, vor allem an den Wochenenden. Nach seiner Militärzeit nahm er selbst aktiv teil und besaß sogar zwei Eisstöcke – je nach Eisbedingungen wählte er den passenden aus.<br />Beim Eisstockschießen konnte man Geld gewinnen oder verlieren. Manchmal gewann man an einem Sonntagnachmittag eine Mark, manchmal verlor man sie auch wieder.</p><h4>Preise, Geld und Militärzeit</h4><p>Vor seiner Militärzeit kostete beim Sonnenwirt ein halbes Bier 50 Pfennig, später 55 Pfennig. Theo Müller wurde am 6. Oktober 1958 nach Regensburg zu den Panzergrenadieren eingezogen und am 30. September 1959 entlassen.<br />In Regensburg verdienten sie etwa zwei Mark am Tag. Die Straßenbahn hätte Geld gekostet – insgesamt 80 Pfennig für Hin- und Rückfahrt –, deshalb gingen sie oft zu Fuß vier Kilometer in die Stadt und wieder zurück.<br />Zum Schluss bedankt sich der Interviewer für den ersten Teil der Erinnerungen.</p>								</div>
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		<title>Magdalena Börner: Kindheit in Erpfting</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2022 11:02:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Zur Erinnerung an Frau Magdalena Börner!]]></description>
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									<p>Viele Jahre sind vergangen, seit Magdalena Börner aus Erpfting ihre Kindheit im Dorf verbrachte. Da war die Zeit im Kindergarten, damals noch hinter der &#8222;Alten Schule&#8220;, da gab es auch noch die Käserei und das Dorf war geprägt von den Kriegsjahren und der Landwirtschaft. Im Gespräch mit dem Erpftinger Christian Oppermann teilt Sie mit uns ihre Eindrücke.</p>								</div>
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					<h5>Interview zum Anhören:</h5><audio class="wp-audio-shortcode" id="audio-901-2" preload="none" style="width: 100%;" controls="controls"><source type="audio/mpeg" src="https://erpfting.de/wp-content/uploads/2020/11/20200112_Boerner-_Magdalena_final.mp3?_=2" /><source type="audio/mpeg" src="https://erpfting.de/wp-content/uploads/2020/11/20200112_Boerner-_Magdalena_final.mp3?_=2" /><a href="https://erpfting.de/wp-content/uploads/2020/11/20200112_Boerner-_Magdalena_final.mp3">https://erpfting.de/wp-content/uploads/2020/11/20200112_Boerner-_Magdalena_final.mp3</a></audio>				</div>
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									<h4 data-start="312" data-end="358">Gespräch mit Magdalena Börner aus Erpfting</h4><p>Interview vom 12.01.2020, überarbeitet<br data-start="387" data-end="390" />Interviewer: Christian Oppermann</p><hr data-start="428" data-end="431" /><h4> </h4><h4>Kühlraum, Gefrierfächer und das Schlachten</h4><p data-start="600" data-end="908">Magdalena Börner berichtet, dass man früher, wenn geschlachtet wurde, die Tiere im Kühlraum aufhängen konnte. Dort gab es auch Gefrierfächer, und jeder hatte für sein Fach einen eigenen Schlüssel. Das Ganze hatte mit der Molkerei selbst nichts zu tun, denn es gab einen extra Eingang – auch für die Molkerei.</p><p data-start="910" data-end="1162">Das gesamte Gebäude gehörte der Molkereigenossenschaft. Vorne, zur Hauptstraße hin, wohnte damals der Käser. Später lebte dort die Familie Haller, und noch früher die Frau Link, die „Linkə“, die Schwester der Frau Engehardt. Sie wohnte dort sehr lange.</p><hr data-start="1164" data-end="1167" /><h4 data-start="1169" data-end="1230">Frühere Standorte: Molkerei, Schulhaus und Kindergarten</h4><p data-start="1232" data-end="1475">Ganz früher befand sich die Molkerei nicht in diesem Gebäude, sondern im Haus neben der heutigen Feuerwehr. Dort war seinerzeit auch das Schulhaus. Hinter dem alten Schulhaus stand ein Stadel, in dem sich später einmal der Kindergarten befand.</p><p data-start="1477" data-end="1765">Während des letzten Krieges hatten dort die Hitlerjugend und der BDM (Bund Deutscher Mädchen) ihre Räume. Magdalena Börner erinnert sich, dass sie dort Lieder gelernt, Spiele gespielt und gebastelt haben. Für die Kinder war das schön, denn zur Kriegszeit war im Dorf sonst nicht viel los.</p><p data-start="1767" data-end="1984">Sie erinnert sich auch an die Zwillingsmädchen vom Andernach aus Schloss Mittelstetten – eine hieß Helga – sowie an deren Hauslehrerin, Frau Schirmer. Dieses Gebäude hinter dem alten Schulhaus wurde später abgerissen.</p><hr data-start="1986" data-end="1989" /><h4 data-start="1991" data-end="2035">Der Andernachhof und Gut Mittelstetten</h4><p data-start="2037" data-end="2340">Der Andernachhof wurde erst später gebaut. Magdalena Börner erzählt, dass sie mit der Schule bei der Feier zur Grundsteinlegung dabei war. Nach dem Krieg wurde der Hof zunächst von einem Flüchtlingswirt bewirtschaftet. Später übernahm dessen Sohn die Landwirtschaft, während der Vater nach Erpfting kam.</p><p data-start="2342" data-end="2674">Der Andernachhof existiert heute nicht mehr. Dem späteren Besitzer, Böhringer vom Gut Mittelstetten, gehörte das gesamte Gebiet bis zum Lech und hinüber nach Ellighofen. Er beschäftigte Schweizer Fachkräfte, darunter Baumeister und auch einen Brennmeister. Schließlich verkaufte Böhringer den gesamten Besitz an die Stadt Landsberg.</p><hr data-start="2676" data-end="2679" /><h4 data-start="2681" data-end="2718">Die Alte Molkerei und die Käser</h4><p data-start="2813" data-end="3042">Rechts vom heutigen Feuerwehrhaus befand sich früher die Milchsammelstelle, die – soweit sie sich erinnert – dem Uhl gehörte. Die alte Frau Altenrieder war zunächst mit dem Käser verheiratet, später heiratete sie den Altenrieder.</p><p data-start="3044" data-end="3408">Der Käser Florian Kuhn kam bereits vor dem Zweiten Weltkrieg nach Erpfting. Er war sehr lange dort tätig und stellte selbst Käse her, unter anderem Romadur und Limburger, außerdem Butter. Er stammte aus Ellighofen. Sein Schwiegervater betrieb im Allgäu ebenfalls eine Käserei, in der Kuhn zunächst arbeitete. Als die Käserei in Erpfting frei wurde, kam er dorthin.</p><p data-start="3410" data-end="3717">Seine Tochter, die „Käser Gretl“, wohnt heute noch in seinem Austragshaus in Landsberg. Florian Kuhn war selbständig und hatte zwei Angestellte, einer davon war der Fendt. Auch der Simnach aus Honsolgen sowie der Toni waren lange Zeit als Käser tätig. Sie trugen jeden Monat das Milchgeld zu den Bauern aus.</p><p data-start="3719" data-end="3905">Ein tragisches Ereignis ist Magdalena Börner ebenfalls in Erinnerung geblieben: Der kleine Sohn Florian vom Käser Kuhn fiel beim Reisach nebenan in die Odelgrube und kam dabei ums Leben.</p><hr data-start="3907" data-end="3910" /><h4 data-start="3912" data-end="3958">Heimgarten, Läden und Versorgung im Dorf</h4><p data-start="3960" data-end="4179">Beim „Krumpa“ – dem Haus, das später der Bauer Andreas kaufte – befand sich früher ein &#8222;Heimgarten&#8220;: Dort trafen sich abends die jungen Leute zum Kartenspielen und Reden. Gleichzeitig war es auch ein Lebensmittelgeschäft.</p><p data-start="4181" data-end="4623">Ein weiteres Lebensmittelgeschäft gab es gegenüber, dort, wo heute Andreas Mögele mit seiner Familie wohnt. Dieses Geschäft gehörte früher einem Ehepaar Drexl, die auch eine Landwirtschaft hatten. Später übernahm eine Familie Eberle aus Kinsau den Laden, danach führte Köppel Anna das Geschäft weiter. Sie holte ihre Ware mit dem Fahrrad aus Landsberg. Man bekam bei ihr alles – genauso wie beim „Krumpa“: Heringe, Rauchwaren und vieles mehr.</p><p data-start="4625" data-end="4778">In dem kleinen Häuschen davor befand sich früher ein Backhaus. Später wurde dort der Gemeindebulldog untergestellt. Heute gehört das Häuschen dem Bucher.</p><hr data-start="4780" data-end="4783" /><h4 data-start="4785" data-end="4823">Bäcker, Handwerker und Dorfleben</h4><p data-start="4825" data-end="5083">Es gab auch einen Bäcker, den Gröller, dort, wo heute der Gollwitzer wohnt. Bei ihm bekam man Brot, Brezen und Semmeln, aber auch Lebensmittel wie Kaffee. Der Gröller hatte einen Gesellen, zuerst den Balhuber und später den Donner, den Mann der Donner Hanni.</p><p data-start="5085" data-end="5230">Als der Donner im Krieg vermisst war, führte die Donner Hanni den Betrieb weiter. Die Kinder dieser Familie sind heute bereits über 80 Jahre alt.</p><p data-start="5232" data-end="5527">Insgesamt gab es also drei Lebensmittelgeschäfte im Dorf. Einen Metzger hatte Erpfting nicht, dafür aber einen Schuster und zwei Sattler – einen oberen und einen unteren. Beim oberen Sattler befand sich früher eine Mühle, beim Ströbel, mit dem Hausnamen „Sattler“. Dort ist heute das Wasserwerk.</p><hr data-start="5529" data-end="5532" /><h4 data-start="5534" data-end="5564">Weiher, Eis und Freizeit</h4><p data-start="5566" data-end="5710">In diese Gegend kam man früher selten, höchstens zum Baden im Weiher. Als Schulkinder gingen sie dort zum Schwimmen, das war problemlos möglich.</p><p data-start="5712" data-end="5818">Im Winter holten die Bauern aus diesem Weiher Eis. Das gehörte ganz selbstverständlich zum Dorfleben dazu.</p>								</div>
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